Usability für Silver-Surfer

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Wer im E-Commerce und auf anderen Webseiten erfolgreich sein will, sollte die Usability für Silver-Surfer nicht außer Acht lassen. Dass nur junge Menschen im Internet unterwegs sind, ist heute ein alter Hut. Mittlerweile besteht ein nicht zu unterschätzender Anteil der Online-Nutzer aus Personen ab einem Lebensalter von 50 Jahren – den Silver-Surfern, dessen Bezeichnung auf die vermeintlich silbergrauen Haare anspielt.

Vor allem die 50- bis 59-Jährigen unter den älteren Personen nutzen heute nicht mehr nur allein Zeitung, Fernseher und Telefon. Nach einer Online-Studie des ARD/ZDF gibt es bei den über 50-Jährigen in Deutschland 13,2 Millionen Internet-Nutzer. 5,7 Millionen davon sind sogar älter als 60 Jahre. Das übertrifft selbst die Gruppe der 14- bis 19-Jährigen, die gerade einmal 5,5 Millionen User zählen. Nach der demographischen Entwicklung in Deutschland wird sich die Anzahl der Silver-Surfer weiter erhöhen. Dennoch werden die Bedürfnisse und Anpassungen der Online-Angebote an Silver-Surfer immer noch viel zu oft vernachlässigt. Dabei müssen im Bezug auf Usability nur relativ wenige Modifikationen beachtet werden.

Quelle: www.e-commerce-magazin.de

Entgegen allen Vermutungen surft die ältere Generation längst nicht nur zwischen Krankenkassen- oder Arztwebsites. Reise- und Shoppingseiten, Versicherung und Banken sind im Internet genauso gefragt wie unter den jungen Leuten. Auch Fotoabzüge werden von Älteren online bestellt und selbst die Tageszeitung wird immer öfter im Internet gelesen.

Die Zielgruppe „Silver-Surfer“ erhält somit einen wirtschaftlich attraktiven Nutzen, der nicht außer acht gelassen werden sollte. Einen großen Teil gut gebildeter und finanzstarker Personen macht allein die Zielgruppe der über 60-Jährigen in Deutschland aus. Laut Statistischen Bundesamt verfügen sie über fünfzig Prozent des gesamten Einkommens und Vermögens in Deutschland. Die Zeit ist also längst reif Webinhalte an Silver-Surfer anzupassen und benutzerfreundlicher zu gestalten.

Es gibt schon eine Menge aufschlussreiche wissenschaftliche Untersuchungen, wie sich ältere Menschen online bewegen und welche Bedürfnisse sie im Bezug auf das Internet haben. Bei der Herstellung von Online-Medien muss in Zukunft auf körperliche Einschränkungen und weniger Erfahrungen im Umgang mit dem Internet geachtet werden.

Quelle: www.wikipedia.de

 

Was heißt das nun für die Webinhalte und -gestaltung?

Schlanke Seiten mit einem klaren Aufbau und ohne komplexe Informationsarchitektur haben die Nase vorn. Für ältere Menschen liegt die Priorität bei der Aufbereitung und Gliederung der Inhalte. Sie müssen klar und verständlich sein und unwesentliche Angaben vermeiden. Das Layout sollte einfach und übersichtlich gestaltet sein. Silver-Surfer wollen wichtige Informationen im Zentrum der Seite vorfinden. Für sie sind hochwertiger Content bei größerem Zeilenabstand, kurzen Zeilen und eindeutiger Textgliederung wichtig. Auch Linksbündigkeit und große Überschriften bzw. Zwischenüberschriften sollten daher verwendet werden.

Nach einer amerikanischen Studie bevorzugen Senioren im Web vor allem die Schriftgröße 14 pt und serifenlose Schriften wie Verdana oder Arial. Probanden konnten Texte dieser Fontgröße wesentlich schneller lesen als kleinere Schriftgrößen, erkannten mehr eingebaute Fehler und favorisierten subjektiv die 14 Punkt Schrift.

Speziellere Anforderungen stellen Silver-Surfer allein, was die Verwendung von Farben und die Komplexität der Anwendung betrifft. Auf zurückhaltende Farben, deutliche Kontraste, gleichbleibende Hintergrundfarben (auch kein reines Weiß im Hintergrund) wird viel Wert gelegt. Der Einsatz von Scrollbalken sollte zumindest begrenzt sein. Große Zielobjekte und Bedienelemente können mit zusätzlichen Erklärungen hinterlegt werden. Animationen und Pop-ups führen zu Unsicherheit und Verwirrung und sollten nicht eingesetzt werden. Ältere User fühlen sich vor allem über nicht selbst beeinflussbare Aktivitäten gestört. Dazu gehören auch Werbebanner und sich bewegende Textelemente.

Usability vereint

Usability-Experten sprechen von „tief hängenden Früchten“, die einfach nur gepflückt werden müssen. Die wichtigsten Eigenschaften der Bedienfreundlichkeit sind Effektivität und Effizienz. Usability stellt die Frage, inwieweit der Nutzer sein Ziel erreicht (Effektivität) und wie schnell er dabei ist (Effizienz). Erst wenn eine Webseite von jüngeren und älteren Menschen gleichermaßen einfach und intuitiv bedient werden kann, ist sie wirklich bedienerfreundlich.

Fazit

Im Endeffekt sind die Anforderungen einer funktionierenden Usability für jüngeres und älterers Zielpublikum sehr ähnlich. Benutzerfreundlichkeit lässt sich mit durchdachtem Design für Jung und Alt nahezu auf einen Nenner bringen. Websites müssen nicht zwangsläufig altbacken aussehen. Im Gegenteil: Mit Einhaltung der Usability für ältere Onliner wird professionelle Webgestaltung noch stärker in den Vordergrund gerückt. Es muss umso mehr auf Lesbarkeit und Gestaltungsgesetze geachtet werden. Wenn man die Kriterien einhält, werden jüngere User wohl kaum von einer Silver-Surfer gerechten Oberfläche abgeschreckt oder sie überhaupt bemerken.


Quelle: wikipedia.dee-commerce-magazin.de, blog.seibert-media.net, psychology.wichita.edu/mbernard/articles/elderly.pdf

Titelbild: © Rainer Sturm / PIXELIO