Es gibt zahlreiche Kontroversen im Web- und Anwendungsdesign und eine davon stellen sogenannte Dropdown Menüs dar: Von den einen geliebt, von den anderen gehasst, sorgen sie immer wieder für Diskussionen. Dabei sind sie bereits seit langer Zeit unser ständiger Begleiter im Alltag der Computer-Nutzung und erfüllen vielerorts auch einen guten Dienst.
Was ist so schlecht an Dropdown-Menüs?
Die Nachteile von Dropdown-Menüs sind schnell zusammengefasst: Der Benutzer muss erst eine Aktion ausführen, um den Inhalt des Menüs anzuzeigen. Dies geschieht meistens durch einen Klick oder eine Mausbewegung, im Fall von Touchscreens durch Antippen des jeweiligen Menüpunktes. Somit sind nicht alle Optionen auf den ersten Blick sichtbar und ein unerfahrener Benutzer läuft Gefahr, Informationen zu übersehen.
Dropdown-Menüs in Anwendungen
In normalen Computer-Anwendungen sind Dropdown-Menüs bis heute allgegenwärtig. Während Microsoft und Linux die Menüs am oberen Rand jedes Fensters platziert haben, sitzen sie unter Mac OS X in der Menüleiste am oberen Bildschirmrand und passen sich je nach aktiver Anwendung an. Jedoch gibt es sowohl von Microsoft als auch von Apple Bestrebungen, den Gebrauch von Dropdown-Menüs auf ein Minimum zu beschränken. Die meisten Programme bieten die am häufigsten verwendeten Funktionen ebenfalls in eine Werkzeugleiste (“Toolbar”) oder Palettenfenstern an. Professionelle Anwendungen werden aber kurz- bis mittelfristig kaum auf Dropdown-Menüs verzichten können, da sich die Vielzahl ihrer Funktionen kaum in Toolbars darstellen ließe. Darüber hinaus basieren Werkzeugleisten meistens auf kleinen Symbolen und nicht alles lässt sich ideal über ein Symbol darstellen. Außerdem ergibt sich aus der Verwendung von Dropdown-Menüs den Vorteil, dass alle wichtigen Programmfunktionen an einem zentralen Ort zu finden sind, sobald sie gebraucht werden.
Dropdown-Menüs im Web
Der große Unterschied zur Anwendung ist die Nutzungsdauer einer Website. Und darin liegt auch der Punkt, wo Dropdown-Menüs – falsch eingesetzt – problematisch werden können. Während sie in Online-Shops zur Auswahl von Produkteigenschaften relativ unproblematisch sind, sollte man sich bei der Konzeption einer Website-Navigation genau Gedanken darüber machen, ob Dropdown-Menüs notwendig und vorteilhaft sind. Denn bei ihrem Einsatz besteht die Gefahr, dass der Benutzer nicht jederzeit weiß, wo er sich auf der Seite befindet, da es keine hervorgehobenen, jederzeit sichtbaren Menüpunkte gibt. Dies wird häufig mit einer sogenannten Breadcrumb-Navigation umgangen, welche den Pfad zur aktuellen Seite hierarchisch darstellt (Beispiel: Startseite > Produkte > Soja-Drink). Ein gut gelungenes Beispiel für den Einsatz eines solchen Dropdown-Menüs ist die Website von Maybach. Die sechs verfügbaren Automodelle werden mit einer kurzen Beschreibung und einem Vorschaubild eingeblendet, das Imagemotiv hinter dem Menü erscheint abgedunkelt. Die Aufmerksamkeit des Benutzers wird gezielt auf die Inhalte des Menüs gelenkt und er gelangt schnell zu dem Auto, über das er mehr erfahren möchte. Nebenbei fällt eine weitere Zwischenseite mit einer Produktübersicht weg.
Bei Firmen mit größerem Produktportfolio können Dropdown-Menüs jedoch schnell überladen und unübersichtlich wirken. So gibt es z.B. bei Microsoft Deutschland eine Übersicht aller Produkte, welche Links zu den einzelnen Portalen enthält. Wer nicht genau weiß, wonach er suchen soll, kann hier aufgrund der vielen Menüpunkte und der teilweise sehr sperrigen Produktnamen schnell die Übersicht verlieren. Eventuell würde sich in diesem Fall eine Produktseite empfehlen, die den Bildschirmplatz großzügiger Nutzen würde und die Produktgruppen durch Icons oder farbliche Abgrenzungen attraktiver erscheinen ließe.
Unterm Strich lässt sich das Argument, dass Dropdown-Menüs mit schlechter Usability gleichzusetzen sind also nicht pauschalisieren. Jedoch sollte in der Konzeption einer Anwendung und insbesondere bei Websites abgewogen werden, ob andere Navigationsmuster nicht ebenso gut oder eventuell besser für den jeweiligen Anwendungszweck geeignet sind. Gerade bei kleineren Websites oder Consumer-Anwendungen kann oft darauf verzichtet werden.
Bildquelle Header: © lufthansa.com










Langeweile unterwegs?
Hallo Ulrike,
soetwas wird noch kaum im Web eingesetzt. Aber sicherlich könnten wir so etwas konzipieren. Einfach anrufen!
passt hier zwar nicht optimal rein, aber ich suche gerade pfiffige Lösungen für Störer oder Virtual Assistents, die einem potentiellen Kunden z.B. bei einer Online-Anmeldung als Störer proaktiv Fragen vorwegnehmen, oder auch als Tool auf eingegebene Fragen antworten können (wie die Ikea Anna).
Habt ihr dazu Beispiele im Netz, Firmen-Tipps, die sowas bauen, Referenzen etc.
Finde grad sehr wenig zu dem Thema.