Das richtige Content Management System (Gastbeitrag)

Der folgende Beitrag ist ein Gastbeitrag von Tobi Weinhorst (http://tobi.weinhorst.de). Vielen Dank!

Die Anzahl der Content Management Systeme (im Nachfolgenden CMS genannt) am Markt häuft sich ein wenig. Ich will ein paar Vor- und Nachteile zu den gängigen CMS nennen. Ich habe einfach ein paar CMS rausgepickt, die ich für interessant halte.

Ich habe darauf geachtet, dass alle hier genannten CMS als freie Software veröffentlicht worden sind. Was das Gute an freier Software ist, erklärt euch Martin Herr unter freeesoftware.org.

Übersicht
Drupal Joomla! PHP-Nuke TYPO3 WordPress
Lizenz GPL GPL GPL GPL GPL
Programmiersprache PHP PHP PHP PHP PHP
Zielgruppe A | P P P A A | P
Einstiegshürde mittel niedrig niedrig hoch niedrig
Internetseite Link Link Link Link Link
Kleine Legende
GPL =
General Public License (Freie Software)
A =
Agenturen
P =
Privatpersonen

Drupal – CMS mit Ansätzen von Social Software
drupal

Drupal hat viele Elemente von Social Software (Weblog, Online-Community, Gemeinschaftsproduktionen) bereits im System integriert. Leider hat das System hier, wie so oft, das Problem eine deutliche Stellung am Markt zu beziehen und läßt so die Frage offen: Bin ich eine Social Software oder ein CMS. Die erste eigene Internetseite hat auch ein Anfänger, nach ein wenig Einarbeitung, schnell publiziert. Die große Community rund um Drupal hilft Beginnern bereitwillig weiter. Dank des modularen Aufbaus wird Drupal gerne auch von Agenturen eingesetzt und den Wünschen der Kunden angepasst.

Joomla! Früher Mambo, heute Joomla!
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Das ursprünglich unter dem Namen Mambo gestartete CMS Joomla erfreut sich heute einer großen Benutzergemeinde, die ihr wissen in Foren gerne mit Joomla-Neulingen teilt. Der Einstieg in Joomla ist relativ einfach – Joomla kann (mit Hilfe von Wikis, Foren und Todos) innerhalb von wenigen Schritten problemlos installiert werden. Aus diesem Grund, wird Joomla gerne von CMS-Neulingen eingesetzt.

PHP-Nuke – mehr Portal als CMS?
Wikipedia beschreibt PHP-Nuke als eine Portal-Software, die Elemente eines einfachen Web Conent Management Systems enthält.
PHP-Nuke ist bereits ab PHP Version 4 lauffähig und gilt als mit (Sicherheits)-Fehlern übersät. Aus diesem Grund ist PHP-Nuke nicht für große, umfangreiche Internetprojekte empfehlenswert. Die unkomplizierte Installation macht es aber gerade bei Anfängern und privaten Foren-Betreibern so beliebt.

TYPO3 – Enterprise CMS mit umfangreichen Rechtesystem
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Das weltweit mehrere Hunderttausend mal eingesetzte CMS TYPO3 wurde von Kasper Skårhøj entwickelt und erfreut sich bei Agenturen für die Umsetzung von mittleren bis großen Internetauftritten an zunehmender Beliebtheit. Der modulare Aufbau und die knapp viertausend frei-verfügbaren Erweiterungen machen es sehr flexibel.
Der Einstieg in TYPO3 erweißt sich als etwas schwieriger, wird aber durch die TYPO3-Gemeine (Beispiel: typo3blogger.de) vereinfacht. Hat man sich durch die erste Installation und Konfiguration gekämpft wird man dafür vom System mit hoher Performance und Erweiterbarkeit belohnt. TYPO3 wird hauptsächlich von erfahren Internet-Agenturen eingesetzt, die stark-frequentierte Internetprojekte (Beispiele: tuicruises.com, unicef.de) umsetzen und daher das umfangreiche Rechtesystem von TYPO3 schätzen.

WordPress -Blogsystem mit CMS-Eigenschaften
wordpress

Ich weigere mich immer, zu behaupten WordPress sei ein CMS im klassischen Sinne. WordPress ist vielmehr ein System, mit dem ich innerhalb kürzester Zeit einen Blog ins Leben rufen kann – die einfache Installation von WordPress ist legendär. Es ist richtig, dass ich mit WordPress auch spielend Seiten und Seitenelemente verwalten kann. Dennoch würde ich für einen Internetauftritt ein klassischen CMS vorziehen, für einen Blog allerdings WordPress. So machen es auch die meisten professionellen Internetagenturen: Für den Internetauftritt des Kunden wird ein leicht anpassbares, klassisches CMS benutzt (Beispiel TYPO3) und für den Blog des Kunden ein einfach zu bedienendes Blogsytem wie WordPress. Ich benutzen für diesen Blog übrigens auch WordPress.
WordPress hat eine große Fan-Gemeinde, die (überwiegend kostenlos) Plugins und Templates für WordPress bereithält.

Kleiner Schmaus
Am Schluss noch ein “CMS”, dass es leider nicht ganz in meiner Liste geschafft hat. Bei Horst Scheuer hab ich Zimplit CMS entdeckt. Zimplit CMS ist sehr klein und beschränkt sich ‘nur’ auf Frontend-Editing. Das Ganze ist in 2 Minuten installiert  (ungelogen, hab’s ausprobiert), kommt ohne Datenbank aus und ist sehr einfach zu bedienen. Sollte jeder einmal ausprobiert haben. Es eignet sich jedoch nur für kleine Seite wo selten Inhalte hin und her geschoben werden.

Fazit – Das richtige Content Management System
Das richtige Content Management System gibt es nicht. Es gibt Systeme, die sich für den einen oder anderen Einsatz besser eignen, aber nicht das Non-Plus-Ultra-System. Will man schnell eine Internetseite veröffentlichen ohne sich lange in CMS einzuarbeiten ist vielleicht Joomla! die richtige Wahl. Für vernümftige Internetauftritte ist ein klassichen CMS wie beispielsweise TYPO3 ehr eine Überlegung wert. Für einen Blog eignet sich von den genannten WordPress wohl am besten.
Wichtig ist, dass wenn man eine professionelle Internetseite umsetzen lassen will, sich von der “Internetagentur des Vertrauens” in Sachen zukunftsichen CMS beraten zu lassen. Die Finger sollte man lieber von CMS-Eigenentwicklungen von Agenturen lassen – was wenn man mal unzufrieden mit der Agentur ist: Es gibt keine Agentur, die das eingesetzte CMS unterstützt.

Tobi Weinhorst – http://tobi.weinhorst.de