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blog.USABILITY & DESIGN
Freitag, 6. Juni 2008
Navigationstechnik im OP-Saal
Angespannt wechselt der Blick des Neuro-Chirurgen zwischen seinem Patienten und einem Monitor hin und her. Auf dem Bildschirm werden die Computertomografiebilder seines Patienten aus vier verschiedenen Perspektiven angezeigt. Plötzlich ein schriller Signalton. Nervenbahnen wurden verletzt. Der Patient wird Lähmungen zurückbehalten. Doch alles halb so wild! Wir befinden uns im nachgebauten OP des ICCAS Innovation Center Computer Assisted Surgery in Leipzig. Die Geräte sind echt, doch unser Patient ist ein Gipsschädel mit USB-Anschluss (www.phacon.de) und der Neuro-Chirurg ist im wahren Leben Diplom-Informatiker Stephan Preuß. Auch wenn alles nur eine Simulation ist, ein Spiel ist es nicht!Das ICCAS gehört zur Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und beschäftigt sich mit der Bewertung der Auswirkungen der zunehmenden Automatisierung des OPs. Einerseits soll die Technik den Chirurgen bei seiner anspruchsvollen Arbeit unterstützen, anderseits darf sie nicht den medizinisch-chirurgischen Workflow behindern. Deshalb führt das ICCAS mit einem interdisziplinär aufgestellten Team aus Medizinern, Psychologen, Informatikern und Wirtschaftswissenschaftlern sowie externen Partnern experimentelle und klinische Studien durch, um die Auswirkungen der Technik auf die chirurgischen Arbeitsabläufe besser beurteilen zu können. Die Ergebnisse dieser Studien sollen in das System-Design und chirurgische Navigationssysteme einfließen und komplexe chirurgische Eingriffe wie beispielsweise in der Neurochirurgie und der Operation von Tumoren einfacher und sicherer gestalten.
Usability ist im OP-Saale ein zentrales Thema. Wie kann der kognitive und zeitliche Aufwand für den Chirurgen so klein wie möglich gehalten werden? Welche Informationen werden ihm wann und wie angezeigt, um seinen Arbeitsablauf bestmöglich zu unterstützen? Wie können Fehlerquellen minimiert werden? Welche Bedienelemente passen sich in die OP-Situation am Besten ein?
Dies sind nur einige Fragestellungen, mit denen sich das ICCAS auseinandersetzt. Gemeinsam mit HANDSPIEL sollen nun die Grundlagen für ein neuartiges Bedienkonzept für chirurgische Navigationssysteme erarbeitet werden. Dazu suchen wir einen Studenten der Medieninformatik, des Industriedesigns, des Human Interface Designs oder einem vergleichbaren Fachbereich, der sich im Rahmen seiner Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit oder auch als Praktikant bzw. studentische Hilfskraft tiefer gehend mit diesem Thema auseinandersetzen möchte. Interessenten sollten neben einem ausgeprägten Interesse an medizinischen Fragestellungen auch eine gute Portion Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Forschungsgeist mitbringen.
Ansprechpartner für das Projekt sind Dr. Werner Korb (werner.korb@iccas.de) vom ICCAS und Stephan Preuß (preuss@handspiel.net) von HANDSPIEL.

