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Sonntag, 2. Dezember 2007

Die Google Revolution - Teil 3

Teil drei vor Teil zwei?

Ja.

Zur Zeit überollt uns das Weihnachtsgeschäft und wir haben alle Hände voll zu tun. Da mir ein gutes Video dazu in die Hand kam, habe ich mich entschlossen den Teil 3 heute zu schreiben.
Im ersten Teil bin ich darauf eingegangen welche Möglichkeiten das "Google Handy" ermöglicht. Ich muss zugeben das mich die Handyplattform "Android" überrascht hat. Nach Open Social war mit der Open Handheld Alliance und Android als Betriebssystem wohl der logische richtige Schritt Richtung Mobilfunkgeschäft gemacht worden. Im Teil zwei wollte ich dann darauf eingehen, wie sich die Webbranche und deren Kunden auf die "mobile Freiheit" der Nutzer vorbereiten können. Ich werde den Bericht zu gegebener Zeit nachreichen.

Nun zum Teil drei: Die Kannibalisierung unserer Daten.
Ich habe dazu ein gutes Video gefunden, was den groben Rahmen verdeutlicht (EN):

---

Die Biotechnologie ist ein interessanter Ansatz. Eine Firma bietet zur Zeit einen "Gen Risikocheck" für ~ 70$ an. Wenn ich richtig liege ist Google daran beteiligt. Nicht schlecht. Ich lass mich überraschen was das mal werden soll.

Ein weiteres Detail vermeldete am Donnerstag der Spiegel: "Google weiß wo du bist - ungefähr". Was o2 schon länger online anbietet hat auch Google nun eingeführt: die Lokalisierung über Mobilfunkmasten. Zur Zeit mit einer Ungenauigkeit von rund 1000m und auf Basis der Google Maps Software 2 für Handys. Damit können die Google Handys lokalisierte Werbung anzeigen. "Heute Abend noch ins Gewandhaus? Best Price: 79€ -> 59€. > Hier bestellen <".

Wieder zurück zum Thema. Wenn ich rekapituliere was für Daten von meiner Person exisistieren ...

  • private Interessen [Facebook] (Facebook ist der Bruder vom StudiVZ)
  • Interessen im Internet [Google / Doubleclick]
  • Fotos / Aussehen [Google / Facebook / StudiVZ] (Fotos mit meinem Namen *bäh*)
  • Was ich konsumiere [Amazon / Payback / meine Bank] (nutze Payback nicht mehr)
  • Kaufinteressen / Kundenprofil [Amazon / Payback]
  • Konsumwünsche [Amazon]
  • Wo ich mich aufhalte [O2]
  • Wo ich bereits war [Facebook] (Freunde verknüpfen mich mit Events und Orten)
  • Mit wem ich im Kontakt stehe [XING / StudiVZ / Arcor / O2 / KabelDeutschland / Facebook / GoogleMail]
  • Mein Freundeskreis [Facebook]
  • Verdienst und Umgang mit Geld [Frankfurter Sparkasse / Behörden] (Nachruf auf das Bankgeheimnis ...)
  • Wirtschaftliche Situation meiner Firma [Deutsche Bank / Behörden] (... welches nur noch in der Schweiz existiert)
  • Biometrische Daten [Bundesministerium des Innern]
  • (keine) Straftaten [Bundeszentralregister]

... da wird mir schlecht, zumal mir nicht alles eingefallen ist.

Wohin soll das führen? Wie weit lassen sich die Nutzer auf diese Services ein? Ist es Falsch dagegen zu sein? Schließlich wird alles einfacher?!

Ich denke es sind drei Dinge KRITISCH: Falsch gesammelte Daten, Datenmissbrauch zu Gunsten Dritter und die "Unantastbarkeit" einer Person. (1) Sobald Daten falsch zugeordnet werden und damit ein Vergehen oder Fehlverhalten verknüpft wird, ist die Hetzjagd eröffnet. Durch den privaten Mob im Internet, durch Medien, durch die Staatsgewalt. (2) Über den Datenmissbrauch zu Grunsten Dritter brauchen wir nicht diskutieren - je mehr Daten ein Großkonzern über die Bevölkerung hat, desto einfacher ist es diese wie eine Marionette zu dirigieren. Die Demokratie wird zermürbt. (3) Und über die Unantastbarkeit seiner Person soll letzendlich jeder selbst entscheiden.

Immer mehr dringen Unternehmen und Staat in die Privatsphäre der Menschen ein. Solange Regeln gemacht werden, diese kontrolliert und eingehalten werden und solange Daten nicht in einem Monopol zusammengefasst werden, kann sich die Gesellschaft so weiter entwickeln. Grundsätzlich kann ich mich Google ja erwehren: Ich nutze es einfach nicht und schalte Cookies und JavaScript ab. Mit MSN und Yahoo kommt man ähnlich weit. Sorge bereitet mir da eher was die Staaten und auch unser Bundestag unter dem Deckmantel der Terrorabwehr so alles einführen.

Ich hoffe das die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Datenschutz noch intensiver geführt wird und das solche Themen auch in Unternehmen und Schulen diskutiert werden.
Last but not least kann ich sinngemäß noch einen meiner Profs zitieren: Zu jeder Kraft entwickelt sich eine Gegenkraft - das ist ein Naturgesetz.
Internet Explorer hat Firefox, Microsoft hat Apple, Telekom hat Arcor, General Electric hat Siemens, USA hat China ...
Darauf lässt sich auch vertrauen: Google hat Microsoft.

(Wenn Google böse ist, was ist dann Microsoft?)

Geschrieben von Stephan Preuß in Technik um 10:07 | Kommentare (0) | Trackbacks (0)

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